Die heutige Etappe kennen wir größtenteils bereits – allerdings in umgekehrter Richtung. Vor drei Jahren sind wir mit der Fähre in Durres angekommen, um Montenegro und sein Hinterland zu erkunden. Nun fahren wir viele Kilometer nahezu dieselbe Strecke Richtung Süden.
Und ehrlich gesagt: Diese Route würden wir nicht unbedingt weiterempfehlen. Viel Verkehr, landschaftlich wenig reizvoll und auch die Geruchskulisse ist … abwechslungsreich. Müssen wir sonst oft rätseln, welcher betörende Duft einer Pflanze uns gerade erreicht, wechseln hier die Eindrücke im Minutentakt: Abgase, Müll, Feuer – teilweise wohl auch von Müllverbrennung –, dann wieder ein kleiner Buschbrand oder plötzlich der Duft von gegrilltem Fleisch. Eine ganz eigene Mischung also.
Die deutlich bessere Alternative wäre wohl, sich ein paar zusätzliche Tage Zeit zu nehmen und das Hinterland zu erkunden. Doch unsere Sehnsucht zieht uns weiter – nach Griechenland, ans Meer … dorthin, wo wir endlich die Seele baumeln lassen, die Sonne auf der Haut spüren und einfach ins kühle Meer springen möchten.
Unser Ziel ist das Hotel „Green Park Divjake“, etwa 50 Kilometer südlich von Durres in Albanien. Dort empfängt uns ein weitläufiger Park, erfüllt von einem angenehmen, intensiven Duft – ein wohltuender Kontrast zu den Gerüchen, die uns den ganzen Tag begleitet haben. Den Abend lassen wir schließlich bei köstlichem italienischem Essen und einem Glas Rotwein ausklingen. Kein Wunder, denn die Besitzer stammen ursprünglich aus Italien – und genau das schmeckt man auch.
