Tag 5 – Dienstag, 19. Mai 2026

Am Morgen starten wir bei 8,5 °C durch das Vrbas‑Tal, entlang des gleichnamigen Flusses. Die Landschaft zeigt sich einmal mehr von ihrer eindrucksvollen Seite – Bosnien schafft es tatsächlich jeden Tag, uns aufs Neue zu überraschen. Weiter geht es entlang der Rama, bis sich der Ramsko See vor uns öffnet: ruhig, klar und eingebettet in sanfte Hügel.

Dort, wo die Neretva entspringt, folgen wir ihrem Verlauf durch die Schlucht. Die Straße windet sich eng am Wasser entlang, immer wieder mit Blick auf das türkisfarbene Band des Flusses. Schließlich erreichen wir Mostar, wo uns am frühen Nachmittag sommerliche 30 °C empfangen. Nach dem kühlen Start in den Tag sind wir mit unseren Kleidungsschichten deutlich zu warm unterwegs – aber der Spaziergang durch die historische Altstadt ist jede Schweißperle wert.

Mostar zeigt sich lebendig und zugleich voller Geschichte. Der Fluss, die engen Gassen und natürlich die berühmte „Stari Most“, die alte Brücke, prägen das Stadtbild. Überall finden sich Motive, die man festhalten möchte. Gleichzeitig begegnen uns unterwegs wie auch in der Stadt immer wieder Denkmäler, Museen und zerstörte Gebäude, die an den Zweiten Weltkrieg und den Jugoslawienkrieg der 1990er‑Jahre erinnern. Sie sind die stille, ernste Seite dieses Landes.

Interessant ist, dass es Lokale gibt, die aufgrund des islamischen Glaubens keinen Alkohol servieren. Gleichzeitig stehen Kirchen und Moscheen oft dicht beieinander – ein schönes und nicht selbstverständliches Zeichen dafür, dass hier vieles friedlich nebeneinander möglich ist.

Kulinarisch zeigt sich Bosnien wiederum von seiner herzhaften Seite: Wer Fleisch liebt und den Duft von Grillfeuer mag, ist hier genau richtig. Die Menschen verstehen ihr Handwerk – und man riecht es schon von weitem.

Proudly Powered by WordPress