6.00 Uhr morgens. Ein Blick aus dem Fenster: dichter Nebel. Doch nur kurze Zeit später zeigt sich bereits wieder ein strahlend blauer Himmel.
Das Albergo Diffuso liegt eingebettet in einem weitläufigen, liebevoll gepflegten Garten. Gestern konnten wir zwischen zahlreichen idyllischen Sitzplätzen unter schattenspendenden Bäumen wählen. Das haben wir sehr genossen – vor allem, nachdem wir am Vortag genau das Gegenteil erlebt hatten.
Das Abendessen war ausgezeichnet, das Frühstück hingegen typisch italienisch: eher schlicht und weniger üppig, dafür aber nicht weniger besonders. Der etwa 75-jährige Hausherr empfängt uns mit großer Herzlichkeit und bedient uns persönlich. Wie so oft in den vergangenen Tagen spricht auch er weder Deutsch noch Englisch. Glücklicherweise reichen meine Italienischkenntnisse aus, um die Verständigung zu ermöglichen und er wird nicht müde, jede Unklarheit geduldig aus dem Weg zu räumen.
Mit sichtbarem Stolz serviert er uns lokale Spezialitäten und hausgemachte Produkte. Ebenso offensichtlich ist seine Freude über unser Lob und unsere Wertschätzung für diesen besonderen Ort, die Küche und den aufmerksamen Service. Als wir uns verabschieden, wirkt er sichtlich bewegt und bedankt sich von Herzen dafür, dass wir seine Gäste waren.
Unsere heutige Route führt uns über die SS83 durch den Nationalpark der Abruzzen und vorbei am Lago di Barrea. Die Straße steigt auf über 1.000 Höhenmeter an und weiter oben blitzt auf den umliegenden Gipfeln immer wieder Schnee durch die Landschaft. Die Natur zeigt sich hier von einer beeindruckenden, beinahe majestätischen Seite.
Bären und Wölfe haben wir allerdings nur auf den Warnschildern am Straßenrand entdeckt – vermutlich ist das auch besser so.
