Tag 22 – Freitag, 5. Juni 2026

Die vergangene Nacht haben wir in den Abruzzen auf knapp 1.000 Metern Höhe verbracht. Heute führte uns die Route über Spoleto, Foligno, Assisi, Perugia, Città di Castello und Forlì bis nach Sarsina. Dabei durchquerten wir gleich vier Regionen: Latium, Umbrien, die Toskana und schließlich die Emilia-Romagna.

Und dann hielt der heutige Tag noch eine Überraschung für uns bereit: Obwohl wir unsere Reise sorgfältig geplant hatten – zumindest glaubten wir das – erwartete uns eine landschaftliche Schönheit und Vielfalt, die selbst unsere hohen Erwartungen übertroffen hat.

Wie viele Höhenmeter, Pässe, Wälder, Bergdörfer, Täler und Gipfel wir tatsächlich hinter uns gelassen haben, lässt sich kaum sagen. Was bleibt, ist das Gefühl, einen der schönsten Fahrtage dieser Reise erlebt zu haben.

Es ist kaum zu glauben, wie beeindruckend Italien abseits der bekannten Küstenorte und Touristen-Hochburgen ist. Wir haben bereits viele Regionen des Landes bereist, doch was die Natur betrifft, waren der gestrige und der heutige Tag kaum zu übertreffen. Hinter jeder Kurve eröffnete sich ein neues Panorama, jede Region zeigte ihren ganz eigenen Charakter und überraschte mit neuen Landschaftsbildern.

Das heutige Ziel, das Agriturismo Il Cornio, liegt hoch über dem Tal und gefühlt am Ende der Welt – zumindest endet hier jede Hektik. Umgeben von nichts als Hügeln, Wäldern und Ruhe fällt das Abschalten erstaunlich leicht. Es ist einer dieser Orte, die man zufällig entdeckt und dann lange in Erinnerung behält – und bei denen man sich schon beim Ankommen denkt: Hierher könnte man durchaus noch einmal zurückkehren.

Ich weiß, ich wiederhole mich mit solchen Beschreibungen immer wieder, aber anders lässt sich dieser Ort kaum treffend charakterisieren. Vieles davon klingt fast übertrieben – und doch war es genau so.

Nach all den Eindrücken brauche ich tatsächlich erst einmal Zeit, um alles wirken zu lassen. Deshalb verbringen wir den Nachmittag ganz entspannt am Pool, genießen die Ruhe und lassen die Bilder der letzten Tage noch einmal vor unserem inneren Auge vorbeiziehen. Ein perfekter Ausklang für eine Reise, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

(Tourbeschreibung aus der Vorbereitung – für uns zur Erinnerung ;-)): Gran Sasso – Umbrien – Toskana – Emilia Romagna (ca. 270 km)

Die Etappe führt von den Abruzzen über den Apennin nach Umbrien und weiter in die Romagna. Start ist im ruhigen Amiterno-Hochtal am Fuß des Gran-Sasso-Massivs, einer kargen, ursprünglichen Berglandschaft mit wenig Verkehr und weitem Blick.

Über kurvenreiche Nebenstraßen geht es nordwärts durch das Velino-Tal und anschließend über den Hauptkamm des Apennins nach Umbrien. Einer der Höhepunkte ist die Fahrt durch die wilde Valnerina, wo die Straße dem türkisfarbenen Nera-Fluss durch enge Schluchten, Wälder und kleine Bergorte folgt.

Danach öffnet sich das umbrische Hügelland mit Olivenhainen, Weinbergen und Zypressen. Städte wie Spoleto, Assisi, Foligno und Perugia bleiben als eindrucksvolle Kulisse auf den Hügeln sichtbar, während die Route bewusst über verkehrsarme Landstraßen durch die Täler führt.

Bei Città di Castello wird das Tibertal überquert, bevor der zweite große Gebirgsabschnitt beginnt: der Anstieg zurück in den Apennin Richtung Romagna. Durch das Savio-Tal führen kurvenreiche Straßen über bewaldete Höhenzüge, und die Landschaft wandelt sich allmählich von der umbrischen Hügellandschaft zu den raueren, rot gefärbten Hängen der Romagna.

Ziel ist ein Agriturismo oberhalb von Sarsina, nach einer abwechslungsreichen Fahrt durch drei Regionen, zwei Apennin-Übergänge und einige der schönsten Berg- und Hügellandschaften Mittelitaliens.

Charakter der Etappe: Sehr abwechslungsreiche Motorradstrecke in Mittelitalien mit Gebirgspässen, Flussschluchten, umbrischem Hügelland und den bewaldeten Höhen des Romagna-Apennins.

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